“Content ist der Grund, warum die Suche überhaupt angefangen hat.”

(Lee Odden, CEO Toprank Online Marketing)

Übersicht: CMS weltweit

Die weltweite, prozentuale Verteilung der Content Management Systeme als Balkenzähler. Im Gegensatz zur Verbreitung im deutschsprachigen Raum führt WordPress die Rangliste sehr eindeutig an, das übrige Konkurrenzfeld zeigt sich verhältnismäßig gleichwertig verteilt. Achtung: In dieser Statistik wurden auch so genannte Desktop-CMS berücksichtigt.

Quelle: statista.de, Stand: Oktober 2015 (alle Werte gerundet).
  • WordPress 59% 59%
  • Joomla 7% 7%
  • Drupal 5% 5%
  • Magento 3% 3%
  • Blogger 3% 3%
  • Diverse 23% 23%

“Nur Oberflächensätze schreiben will niemand, nur Grundsätze schreiben kann niemand.”

— Manfred Hinrich
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Desktop-CMS: eine Alternative?

Die genauen Unterschiede zwischen Desktop- und Online CMS können Sie hier in unserem FAQ nachlesen. Kurz gesagt: Mit einem Desktop-CMS erstellen Sie Ihre Website offline am PC oder Notebook und übertragen erst anschließend die fertige Version ins Netz. Diese Herangehensweise stammt aus den Anfangszeiten der privaten Webseitenerstellung, als Breitbandanschlüsse rar waren und sich Open-Source-CMS wie WordPress oder Joomla noch in den KInderschuhen befanden. Doch auch heute noch scheuen viele Webmaster die ständige “Operation am offenen Herzen”, wie sie ein Online-CMS zwangsläufig mit sich bringt.

Auch wer von unterschiedlichen Standorten aus an seinem Projekt arbeitet und dabei mitunter ohne Internetzugang auskommen muss, könnte mit einem Desktop-CMS glücklich werden – vor allem, wenn er die etwas aufwändige lokale Installation eines Online-CMS unter XAMPP scheut. Nicht zuletzt sollten absolute Kontrollfreaks, denen selbst im Wartungsmodus betriebene Webseiten-Installationen nicht geheuer sind, einen Blick auf die folgenden Desktop-CMS werfen:

Zeta-Producer: Bestens etabliertes, leicht zu bedienendes und für Privatanwender kostenloses Desktop-CMS.

Weblica: Für sehr kleine Projekte ebenfalls gratis, übersichtliches Baukastenprinzip.

Webdesigner: Nicht kostenlos, aber günstig – das Desktop-CMS der bekannten Magix-Produktfamilie.

Was ist Joomla?


Joomla (gesprochen: dschuumla) ist ein Content-Management-System zur Erstellung von Blogs und Webseiten. Ähnlich der Philosophie von WordPress, ist Joomla kostenlos erhältlich, nutzerfreundlich und verhältnismäßig leicht zur erlernen, basiert auf einer PHP-Programmierung, unterstützt aber zusätzlich zu MySQL weitere Datenbanksysteme. Auch Joomla wird von einer großen, sehr engagierten Community getragen.

Ist Joomla das richtige CMS für mich?


Für viele Nutzer ist Joomla ein stärkeres CMS als WordPress, und sie begründen dies mit den umfangreicheren Schnittstellen, dem stabilen Bootstrap-Gerüst, der verbesserten Administratorenmöglichkeiten für Redakteure und Besucher zugleich, und vor allem der wesentlich ausgefeilteren hierarchischen Strukturierbarkeit.

Während die Installation von Joomla an sich ähnlich der von WordPress getätigt wird (auch hier gibt es bei den großen Webhostern die Möglichkeit der „One-Click“-Installation), ist der absolute Anfänger möglicherweise etwas überfordert mit der ersten Bedienung. Die verschiedenen Manager-Kategorien und Zugriffsebenen sind gewöhnungsbedürftig, die Unterscheidung zwischen Komponenten, Modulen und Plugins ebenso. Und insgesamt bringt eine „nackte“ Joomla-Installation bereits den Funktionsumfang einer durch viele Plugins erweiterten WordPress-Seite mit.

Hat man die Einarbeitung jedoch einmal hinter sich gebracht, bietet Joomla allerdings ein sehr starkes Redaktionssystem, mit dem sich in kurzer Zeit auch sehr umfangreiche Blogs und Webseiten erstellen lassen. Mithilfe der verfügbaren Erweiterungen lassen sich auch komplexe Funktionen wie die Verwaltung von E-Mails oder der E-Commerce-Shop im „Long Tail“ realisieren. Und wie bei WordPress werden zahlreiche kommerzielle und nicht-kommerzielle Website- und Layout-Vorlagen (hier nicht „Themes“, sondern „Templates“ genannt) angeboten.

Ich möchte ein Blog schreiben:

Wie fange ich an? Und wie hoch ist mein zeitlicher Aufwand?


Das Layout im Joomla-Administratorensystem wurde mit der Version 3.X komplett neu gestaltet. Die wichtigsten Schritte, die Sie zunächst durchlaufen müssen, sind das Setzen der wichtigsten Grundeinstellungen (unter „Site“), die Festlegung einer Menüstruktur (unter „Menü“), das Erstellen erster eigener Beiträge, Hauptbeiträge und Kategorien (unter „Inhalt), die Auswahl des Templates und die Installation von Zusatzfunktionen in Form von Modulen und Plugins (alles unter „Erweiterungen“).

Später kommen noch Aufgaben wie die Installation und Verwaltung von Komponenten oder das Anlegen neuer Benutzergruppen hinzu. Generell werden Sie feststellen, dass sich im Vergleich zu WordPress viele Funktionen in den Tiefen des Administrator-Menüs verstecken. Um Ihre Website als chronologisch geordneten Blog darstellen zu lassen, bei dem der aktuellste Beitrag innerhalb einer Kategorie an die erste Stelle rutscht, müssen Sie sich beispielsweise durch die Ebenen Menüs – Menütyp – Menüeintrag – Menüeintragstyp – Beiträge – Kategorieblog wühlen. Was aber ganz einfach daran liegt, dass schon die Joomla-Bordmittel so viele Variationsmöglichkeiten bieten.

Ich möchte mehr als einen Blog:
Kann ich auch eine Webseite erstellen?


Das können Sie. Und noch mehr als das, Sie sollten es auf jeden Fall probieren. WordPress ist ein brillantes, leicht zu bedienendes CMS und in vielen Punkten sind sich Joomla und WordPress ähnlich, sei es hinsichtlich der zahlreichen Vorlagen, Plug-Ins und Erweiterungen, multilingualen Einstellungen, der Kategorisierung oder des effektiven Redaktionssystems.

Ein paar wichtige Unterschiede zwischen den Systemen sollten dennoch genannt werden: Joomla bietet mittlerweile eine sehr ausgefeilte und leicht zu bedienende Zugriffskontrolle, mit der Sie Gruppen- oder Zugriffsberechtigungen verteilen können. Dies ist besonders dann sehr nützlich, wenn Sie mit mehreren Redakteuren arbeiten, oder zum Beispiel Ihre Kunden auf der Site ihre Bestellungen nachsehen möchten.

Das Frontend kann durch den WYSIWYG-Editor bearbeitet werden. Ähnlich dem in Drupal wurde in ab der Version 3.X Wert darauf gelegt, die Administratorenmenüs im Frontend-Edit-Modus gering zu halten; aktuell kann zum Beispiel durch das Hinüberfahren mit der Maus das Layout-Vorschau angesehen werden, wie später im Live-Betrieb der Webseite dargestellt wird.

Joomla wird mit SmartSearch geliefert, einer der stärksten Suchausstattungen, die es zurzeit in einem CMS dieser Größe gibt. Andere CMS nutzen hierfür externe Plattformen, wie zum Beispiel Apache SolR. Praxisbeispiel: Lassen Sie nach allen Artikeln aus 2012 suchen, und zwar nur nach denen in Englisch und Sie werden verstehen, warum dieses starke Tool eine so große Erleichterung ist.

Es gibt in beiden Communities (WordPress und Joomla) Diskussionen in den Foren über die Qualitäten der Vorlagen, der Nutzerfreundlichkeit und der Erleichterung bei der Umsetzung eines „responsive designs“ für mobile Endgeräte. Doch beide CMS gleichen sich immer mehr einander an, aufgrund des Bootstraps-Gerüsts ist die Umsetzung selbst sehr layout-lastiger Seiten auf die verschiedenen Gerätetypen keine große Last mehr, selbst wenn die Beiträge von unterschiedlichen Quellen stammen (Bootstrap kann theme- bzw. templateseitig angewendet werden, muss aber nicht).

Auch die Sicherheit wird längst bei allen CMS großgeschrieben, WordPress und Joomla unterstützen beide eine Zwei-Faktor-Autorisierung und setzen in ihren aktuellen Versionen auch aktuelle PHP-Versionen voraus – ältere PHP-Versionen waren in der Vergangenheit stets ein Einfallstor für Schadsoftware und Angriffsversuche.

Über die Autorin: Sylvia Phipps

Über die Autorin: Sylvia Phipps

International Database Manager, Designerin & Journalistin

Sylvia Phipps hat Film Studies (Contemporary Cinema – Certificate) in Oxford studiert, ist ausgebildete Multi-Media-Designerin und Social-Media-Managerin. Sie war über 15 Jahre lang als wissenschaftliche Online-Redakteurin in Großbritannien tätig, verfügt über das International Legal English Certificate (Distinction) der University of Cambridge und widmet sich heute neben ihrer Tätigkeit bei einer großen Berliner Kommunikationsagentur dem freiberuflichen Journalismus.

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